"da Vinci"-Operationssystem seit August 2011 im ältesten Ordensspital in Wien im Einsatz
4 bewegliche Operationsarme zum Wohle der Patienten
Der Operateur steuert über eine Konsole, die neben dem Patienten im Operationssaal steht, alle Funktionen des „da Vinci" Operationssystems, d.h. sowohl die Kamerasteuerung als auch die Bewegung der Operationsinstrumente. Auf laparoskopischem Weg wird die Präparation des Operateurs an der Konsole über vier Systemarme ins Körperinnere des Patienten übertragen. Dabei wird das natürliche Zittern der Hand herausgefiltert. Die Bewegungen der „robotergeführten" Instrumente sind aufgrund der Abwinkelbarkeit mit insgesamt sieben Freiheitsgraden und einer Beweglichkeit von 540 Grad derjenigen einer menschlichen Hand überlegen. Dem Operateur zur Seite stehen seine Assistenzen (Arzt und OP-Schwester), die direkt am Operationstisch tätig sind. Über zwei Bildschirme kann das gesamte Operationsteam den Eingriff mitverfolgen. Die „da Vinci" Optik arbeitet mit einer Stereokamera, die ähnlich wie das menschliche Auge, in das Operationsfeld schaut. Die dadurch entstehenden 10fach vergrößerten Bilder verschmelzen zu einem dreidimensionalen (3D)-Gesamteindruck in HD Qualität, wodurch im Gegensatz zur herkömmlichen Laparoskopie ein echtes Tiefensehen vermittelt wird und der Operateur die Instrumente millimetergenau führen kann.
![]() |
|
Prim. Univ.-Prof. Dr. Paul Schramek, OA Priv.-Doz. Dr. Christian Seitz, OA Priv.-Doz. Dr. Anton Ponholzer und OA Dr. Michael Lamche (v. l. n. r.) bei der Präsentation des neuen "da Vinci" |
Mensch und Technik – eine perfekte Ergänzung
„Wir haben frühzeitig – vor rund 10 Jahren – mit der laparoskopischen radikalen Prostatektomie begonnen und führen seither alle endoskopischen Operationen mit einer sprachgesteuerten Kameraführung durch. Das neue „da Vinci" Operationssystem stellt eine faszinierende technische Entwicklung dar und ist ein Paradebeispiel für die Möglichkeiten, die sich durch das Zusammenspiel von Mensch und Technik ergeben," erklärt Prim. Univ.-Prof. Dr. Paul Schramek, Vorstand der Abteilung für Urologie und Andrologie am Wiener Krankenhaus der Barmherzigen Brüder.
Der „da Vinci Roboter" ist nicht alleine oder selbstständig tätig d.h. die Operation wird wie bisher vom Arzt geleitet und durchgeführt. Als Telemanipulator unterstützt das Gerät lediglich den Operateur und verhilft ihm dadurch zu mehr Präzision. „Wichtig dabei: die Entscheidung, welche und wie die nächsten Schritte erfolgen, liegt ausschließendlich beim Operateur," betont Prim. Univ.-Prof. Dr. Paul Schramek.
![]() |
| OA Dr. Michael Lamche demonstriert die Möglichkeiten des neuen "da Vinci"-Operationssystems |
Minimal belastend. Maximal präzise
Binnen weniger Jahre hat die „da Vinci" Technologie, ausgehend von den Vereinigten Staaten, die Patienten überzeugt. Derzeit wird das „da Vinci" Operationssystem am häufigsten bei urologischen Eingriffen eingesetzt. Ziel ist es, durch die Kombination langjähriger Erfahrung bei der radikalen Prostatachirurgie mit modernster roboterassistierter Technologie in erster Linie onkologische Ergebnisse, aber auch die funktionellen Ergebnisse wie Frühkontinenz und Frühpotenz weiter zu verbessern. Eine ähnliche Entwicklung ist auch bei gynäkologischen und chirurgischen Eingriffen zu erwarten. Die Patienten profitieren bereits jetzt von einem kürzeren Krankenhausaufenthalt.
„Seit Gründung unseres Krankenhauses vor fast 400 Jahren haben wir uns stets bemüht, Kompetenz und Menschlichkeit mit dem Einsatz modernster Geräte und Medizintechnik zu kombinieren. Es freut uns, dass wir mit dem „da Vinci" in Österreich ein Zentrum mit Schwerpunkt roboterassistierter Chirurgie sind und wir sind bemüht, unserer damit verbundenen Vorreiterrolle gerecht zu werden," erklärt Mag. Dr. Reinhard Pichler, Gesamtleiter des Wiener Krankenhauses der Barmherzigen Brüder.
![]() |
| Das "da Vinci"-Operationssystem im Einsatz bei einer radikalen Prostatektomie |


